Citerna sollte man ganz in Ruhe entdecken, piano piano. Das hübsche Dorf an der Grenze zwischen Umbrien und der Toskana gehört nicht ohne Grund zu den offiziellen Borghi più belli d’Italia, den schönsten Dörfern Italiens. Citerna begeistert mit mittelalterlicher Architektur, weiten Panoramablicken und einer überraschend reichen Kunstsammlung.
Zuerst nach oben: die Rocca und der Ausblick
Wir parken direkt außerhalb der Stadtmauern, einer der Vorteile des ruhigen Umbrien, und machen uns gleich auf den Weg zum höchsten Punkt des Dorfes: dem alten Rocca-Komplex. Heute sind vor allem der runde Turm, einige Ruinen und die Cassero-Gärten erhalten. Der Ausblick von hier oben ist jedoch wirklich beeindruckend. Vor uns liegt die Alta Valle del Tevere mit sanften Hügeln, Zypressen und der toskanischen Landschaft am Horizont. Die Rocca wurde übrigens 1944 während des Zweiten Weltkriegs weitgehend zerstört. Citerna schenkt einem wunderschöne Panoramen. Hinter fast jeder Ecke öffnet sich der Blick wieder auf das Tal.

Mittelalterliche Spazierwege
Was Citerna besonders macht, sind die hervorragend erhaltenen Camminamenti Medievali. Diese überdachten Wehrgänge verlaufen entlang der alten Stadtmauern. Durch die eleganten Bögen bieten sich immer wieder herrliche Ausblicke über das Valle del Tevere.
Man spaziert hier buchstäblich entlang der historischen Befestigungsanlagen, während sich unterhalb die Landschaft Umbriens und der Toskana ausbreitet. Unterwegs kommt man auch an der Torre dell’Orologio vorbei, dem historischen Uhrturm, der bis heute zu den Wahrzeichen von Citerna gehört.

Einen Kaffee mit Aussicht
Von dort gehen wir weiter zur Piazza Scipione Scipioni, dem Herzen des Dorfes. Hier trinken wir ganz entspannt einen Kaffee in der Sonne, mit Blick über die gesamte Alta Valle del Tevere. Keine Eile, einfach kurz sitzen bleiben und die Landschaft genießen. Die terrazza panoramica von Citerna ist wirklich ein kleines Juwel.

Donatello in einem kleinen Dorf in Umbrien
Wer denkt, Citerna sei einfach nur hübsch, liegt daneben. Das Dorf beherbergt nämlich auch einen überraschenden Kunstschatz. In der ehemaligen Kirche San Francesco, die heute als Museumskirche genutzt wird, kann man Werke von Luca Signorelli, Pomarancio und Raffaellino del Colle bewundern. Der absolute Höhepunkt ist jedoch ohne Zweifel die berühmte Madonna di Citerna: eine farbenprächtige Terrakottafigur, die dem jungen Donatello zugeschrieben wird. Die Skulptur stammt aus dem frühen 15. Jahrhundert und wurde nach einer umfangreichen Restaurierung erneut mit Donatello in Verbindung gebracht.

Die geheimnisvollen Ammassi
Nach dem Museumsbesuch gehen wir zum Infopoint im Rathaus. Dort erfährt man mehr über die sogenannten Ammassi. Dabei handelt es sich um alte unterirdische Räume und Zisternen unterhalb des Dorfes, die früher zur Lagerung von Wasser und Lebensmitteln dienten. Einer der größten Räume kann heute noch besichtigt werden.

Das Monastero di Santa Elisabetta
Ganz in der Nähe der Porta Romana befindet sich das Monastero di Santa Elisabetta, ein ehemaliges Franziskanerkloster. Es wurde an der Stelle eines alten Pilgerhospitals errichtet und nach dem schweren Erdbeben von 1917 wieder aufgebaut. Die dazugehörige Kirche fällt durch ihre ungewöhnliche sechseckige Form auf und beherbergt eine berührende Pietà. Im oberen Teil der Kirche befindet sich der abgeschlossene Chorbereich, von dem aus die Nonnen früher hinter Gittern den Gottesdiensten folgten.

Warum Citerna einen Besuch wert ist
Citerna ist kein Dorf der großen Spektakel. Gerade das macht seinen Reiz aus. Die Schönheit steckt hier in den kleinen Dingen: ein Spaziergang entlang der mittelalterlichen Stadtmauern, ein Kaffee mit Aussicht, eine überraschende Skulptur von Donatello, stille Klostergänge und die angenehme Ruhe eines Dorfes, das seinen authentischen Charakter bewahrt hat.
Wer Umbrien entdecken und dabei auch weniger bekannte Dörfer kennenlernen möchte, sollte Citerna deshalb unbedingt auf seine Liste setzen.

Übernachten in der Nähe von Citerna
Villa Badia, Umgebung von Città di Castello
Die großzügige Villa Badia liegt in der Umgebung von Città di Castello und ist ein schöner Ausgangspunkt, um Citerna und den nördlichen Teil Umbriens zu entdecken. Die Villa verfügt über einen privaten Infinity-Pool und viel Platz für einen entspannten Urlaub in Umbrien.

Casale Rancaccio, zwischen Città di Castello und Arezzo
Casale Rancaccio liegt mitten im Grünen, in den Wäldern zwischen Città di Castello und Arezzo. Ein ruhiger Rückzugsort für alle, die ihren Urlaub in Umbrien mit Natur, kleinen historischen Dörfern und Ausflügen in die nahe gelegene Toskana verbinden möchten.

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